HEAT2 ist ein PC-Programm für
zweidimensionale stationäre und instationäre Wärmeleitung.
Typische Anwendungen sind die Berechnung von Temperaturen, Wärmeströmen
und Wärmebrückenverlustkoeffizienten im Bereich von zweidimensionalen
Wärmebrücken, wie z.B. Fensterrahmen und Fensteranschlägen,
erdberührten Bauteilen oder beheizten Bauteilen. Die Berechnungsergebnisse
ermöglichen unter anderem eine Beurteilung des Tauwasser- und Schimmelrisiko
auf Bauteiloberflächen, die Ermittlung der Temperaturverteilung innerhalb
von Bauteilen oder die Ermittlung von Wärmeverlusten.
Die numerische Lösung der Differenzialgleichungssysteme zur Wärmeleitung
erfolgt durch ein Finite-Differenzen-Verfahren. Im Fall der stationären
Wärmeleitung wird eine sukzessive Überrelaxationstechnik angewendet.
HEAT2 und HEAT3 sind nach EN ISO 10211-1 "Wärmebrücken
im Hochbau - Wärmeströme und Oberflächentemperaturen -
Teil 1: Allgemeine Berechnungsverfahren" validiert. Die Berechnungsergebnisse
von HEAT2 und HEAT3 entsprechen den in EN ISO 102111-1 Anhang A dargestellten
Prüfreferenzfällen. Die Programme werden deshalb nach EN ISO
10211 als genaue Verfahren eingestuft. Zwei der Prüfreferenzfälle
sind in den Handbüchern zu HEAT2 und HEAT3 dargestellt, siehe Seite
138 (HEAT2 Version 5.0) bzw. Seite 126 (HEAT3 Version 4.0).
HEAT2 kann zur Analyse zweidimensionaler Konstruktionsdetails bzw. Wärmebrücken
verwendet werden. Eine wichtige Einschränkung ist, daß das
Problem in einem orthogonalen Raster beschrieben werden muß, d.h.
alle Material- und Detailgrenzen müssen parallel zu einer der beiden
Achsen des Koordinatensystems sein. Bei schrägen oder gekrümmten
Grenzlinien müssen deshalb Idealisierungen getroffen werden (z.B.
Abtreppung der Linien).
Für einen normal komplizierten Fall benötigt ein erfahrener
Anwender etwa 5 - 10 Minuten, um die Geometrie, das numerische Raster
und die Umgebungsbedingungen einzugeben. Die Berechnungszeit beträgt
für stationäre Fälle meist weniger als eine Sekunde.
Mit HEAT2 können Konstruktionsdetails mit bis zu 62500 (250·250)
Knoten berechnet werden.
Das Programm verfügt über eine komfortable grafische Eingabe
und Ausgabe. Es können das geometrische Modell, das numerische Netz,
die Randbedingungen, das Temperaturfeld und die Wärmeströme
betrachtet und ausgedruckt werden. Bei instationären Berechnungen
können Wärmeströme und Temperaturen aufgezeichnet und für
weitere Auswertungen, z.B. für die Bestimmung thermischer Antwortfunktionen,
verwendet werden.
Die für die Berechnung erforderliche Materialkennwerte können
aus einer Datenbank übernommen werden. Es sind Kennwerte für
etwa 1200 Materialien verfügbar. Eine separate Baustoffdatenbank
auf der Grundlage der deutschen Norm DIN V 4108-4 umfaßt etwa 200
Baustoffe. Die Materialeigenschaften können auf einfache Weise bearbeitet
oder ergänzt werden.
 |
Ein integrierte grafische Eingabeoberfläche (Preprozessor)
erleichtert die Eingabe.
|
 |
Materialeigenschaften können auf einfache Weise bearbeitet
und ergänzt werden. Es stehen verschiedene Listen zur Verfügung.
Die Liste Default.mtl enthält etwa 200 übliche Baustoffe.
Die Liste General.mtl enthält über 1200 Materialkennwerte.
Außerdem steht eine Datei mit über 200 Baustoffen aus
DIN V 4108-4 zur Verfügung.
|
 |
Umfangreiche grafische Fähigkeiten wie Darstellung
von Geometrie, Materialkennwerten, Berechnungsnetz, Randbedingungen,
Temperatur- und Wärmestromfeldern, Isothermen und Wärmestromlinien.
Zoom, Schwenken, Rotation, Farb- und Grauabstufung sowie Druck mit
hoher Auflösung ist möglich. Wärmeströme und
Temperaturen können aufgezeichnet und während der Simulation
gezeigt werden. Darstellungen von Wärmeströmen können
helfen Wärmebrücken zu ermitteln und die Konstruktion
durch Optimierung der Dämmung zu verbessern.
|
 |
Eine Speicherfunktion kann in festgelegten Intervallen
Temperaturen bzw. Wärmeströme an festgelegten Punkten
sowie Wärmeströme über die Begrenzungsflächen
aufzeichnen.
|
 |
Es steht
eine einfache Option zur Generierung des Berechnungsnetzes zur Verfügung.
Das Raster kann auf einfache Weise verändert werden.
|
 |
Es kann praktisch jede Konstruktion simuliert werden, die
aus angrenzenden oder überlappenden Quadern jeder beliebigen
Materialkombination besteht.
|
 |
Die Temperaturen und Wärmeströme können
zeitabhängig sein. Es sind folgende Funktionen möglich:
Sinusfunktion, schrittweise konstant oder linear. Die Daten können
von Programmen wie Excel importiert oder dahin exportiert werden.
Klimadaten können in verschiedenen Formaten importiert werden
(TRNSYS, METEONORM, HELIOS, DOE, TMY2 - Typisches Meteorologisches
Jahr, SUNCODE, MATCH).
|
 |
Wärmequellen/-senken können angegeben werden.
|
 |
Strahlung und Konvektion innerhalb von Hohlräumen
kann berücksichtigt werden.
|
 |
Das berechnete Temperaturfeld kann
gespeichert und leicht in andere Programme wie Matlab übertragen
werden.
|